Die Kirche in Mengelrode:

Erbaut 1687 unter Einbeziehung eines Turms von ca. 1300. Erweiterung des Schiffs im Norden um 1930. Aus gleicher Zeit die Sakristei im Nordosten. Weihe nicht bekannt.

Patronat des Martinsstifts in Heiligenstadt bis 1803. Saalbau über drei Achsen mit eingezogenem Westturm, polygonalem Chorschluss sowie nördlichen Vorbauten. Das Äußere steinsichtiges Sandsteinmauerwerk am Schiff Bruchsteinmauerwerk, am Turm Quadermauerwerk. Am Anbau Versuch der Verbindung von beiden Mauertechniken. Nur am Turm Sockel mit Abfassung. Relativ kleine, hohe Rundbogenfenster. Am nördlichen Anbau gedrückte Fensterformate in freier Anlehnung an Bauten von Hans Poelzig. Zugesetztes Südportal im Schiff. Am Sturzstein Bauinschrift: "1687".

Das westlich anschließende Portal am Turm wurde neu eingebrochen und verdacht. Weitere Zugänge im Nordwesten und Nordosten. An der Südfront Sonnenuhr. Am Turm spitzbogige Fensteröffnungen. Über einem profilierten Steinhauptgesims die ungewöhnliche Turmabschlussform eines Satteldachs. Auf dem First verkupferte polygonale Laterne. Im Inneren flaches Tonnengewölbe (verputzte Brettertonne mit aufgemalter Federung). Das nördliche Seitenschiff zum Hauptschiff in ganzer Breite geöffnet und flach gedeckt. Im Westen Orgelempore.


                                Altar                                             hl. Josef                                                Marienaltar

Die Orgel wurde nach 1900 durch Louis Krell/Duderstadt gebaut. Schöner neogotischer Prospekt. Als Andachtsbild skulptierte Kreuzigungsgruppe von ca. 1930. An den Schiffswänden farbig gefasste Skulpturen von Johannes des Täufer, Maria Magdalena und dem hl. Bonifatius, zu datieren um 1720 (zum ehemaligen barocken Hochaltar gehörend). Weitere Figuren von Josef, Maria und Jesus aus der Zeit um 1900. Im Südosten Taufstein mit unschöner farbiger Fassung, der Stein zu datieren ca. 1700. Das Gestühl von ca. 1730. Im Chor Fenster von ca. 1905 mit Darstellungen von Josef und Maria Magdalena. Die Fenster im Seitenschiff mit christlicher Tiersymbolik wurden um 1930 durch Fa. G. Deppen Osnabrück geschaffen. Der gemalte Stationsweg von ca. 1930. Zum Kirchenschatz gehört ein Kelch von 1699.
(Quelle: Literatur: Aus der Heimat, Dez.1902-Dez.1903, Nr.24; Lippold, G., Über d. Flurnamen von Mengelrode. In: Unser Eichsfeld Jg. 4, 1909. S. 173-181; Rassow, 1909, S. 281ff.; Wolf-Löffler, 1921, S. 80f.; Opfermann, 1958, S. 117; Haupt, 1998, S. 84.)